Ausflug in die Innerschweiz des OV Münchwilen

 

Nach Jahren der Abstinenz sprachen sich an der Generalversammlung 2012 die Mitglieder des OV Münchwilen für einen Ausflug im laufenden Jahr aus. Unser Aktuar und Vize-Präsident Rolf "Zimmi" Zimmermann nahm sich der Aufgabe an und stellte sich als gewohnt umsichtiger Organisator zur Verfügung. Vorschläge über das Wohin, die Einzuladenden und wichtig, der Kostenrahmen wurden besprochen. Schnell war man sich im Vorstand einig, dass als Dankeschön für die immerwährende Unterstützung an unseren Anlässen, wir alle unsere treuen Helfer einladen werden und der Verein sich den Teilnehmern gegenüber grosszügig zeigen wird.

Am Sonntag, den 6. Mai war es dann soweit. Ab 07:00 Uhr besammelte sich eine ansehnliche Schar im Restaurant "Linde", wo uns Beat Nacht den Kaffee und weitere Getränke offerierte. Vielen Dank Beat!

Nach der Vorfahrt des Cars der Firma Walliser Reisen AG stieg der Organisator samt Anhang bereits aus dem Gefährt. Sofort machten sich einige Helfer daran unser Ehrenmitglied Pietro Cappelli von einem Gefährt ins andere, nämlich vom Rollstuhl in den Reisecar zu verfrachten. Dies gestaltete sich etwas verkrampft, änderte sich aber im Laufe des Tages und ging von mal zu mal besser. Dank dem Einsatz von Toni Zürcher und Corinne Baumann sowie von Astrid und natürlich der Mithilfe von Pietro selber durfte auch er einen geselligen Tag mit uns verbringen.

Kaum in Hurden eingefahren merkte unser Carchauffeur, dass das anvisierte Zwischenziel, das Gasthof "Seefeld" auf der andere Dammseite lag. Da er uns aber nur zeigen wollte, dass er sein Metier beherrscht und auch auf engstem Raum wenden kann - dies sogar sehr gut - wurde ihm der kleine Umweg nicht angekreidet.

Was folgte war eine Stärkung mit Gipfeli, Tee, Kaffee und für einige mit einem Morgenbier. So gestärkt konnte die zweite Etappe bis zum Natur und Tierpark "Goldau" unter die Räder genommen werden. Der Weg führte uns durch die Heimat von Peter Schönbächler und er wusste einiges über die Landschaft und einige Gebäude in den durchfahrenen Dörfern (auch von den "angeschriebenen") berichten.

In Goldau angekommen lotste uns unser "Chef des Tages" Zimmi durch den Eingang des Natur und Tierparks. Dahinter warteten zwei Tierpark-Ranger um uns in Gruppen einen kleinen Teil des grosszügig angelegten Parks zu zeigen und wissenwertes über die Tiere zu erzählen. Petrus zeigte sich für einmal den Mitgliedern des OV Münchwilen nicht so wohl gesonnen und lies einige Regentropfen fallen. Jeder hatte aber die entsprechenden Vorkehrung bereits zu Hause getroffen und den Nässeschutz zur Hand.

Interessantes wussten die Ranger über die Tiere zu berichte. So z.B. über den Waldrapp, dem im Rahmen eines Ansiedelungsprogramms von Österreich aus mittels Leichtflugzeugen der Weg zu den Überwinterungsplätzen in der Toskana gezeigt werden muss. Ein Projekt dem die ersten Erfolge beschieden sind, bewegen sich doch bereits einige Individuen des europäischen Ibis auf der Wanderroute hin und zurück. Oder über einen der grössten flugfähigen Vögeln der Welt, den Bartgeier. Das kontrastreiche Gefieder eines ausgewachsenen Bartgeiers ist von Natur aus auf der Oberseite grauschwarz. Kopf, Hals und Körperunterseite sind weiss. Um dem Partner jedoch zu gefallen, "schminken" sich diese mächtigen Greifvögel in eisenoxydhaltigen Lehmsuhlen und streichen sich damit wahrhaftig ein. Die weissen Gefiederpartien erhalten dadurch ihre rötliche (rostige) Färbung. Der Name "Lämmergeier" wurde diesem stolzen Nahrungsspezialisten zu unrecht verliehen. Da er sich ausschliesslich von Aas mit einem Anteil von 80 % an Knochen ernährt, wird er nie einem lebenden Lamm oder gar einem kleinen Kind gefährlich. Als Opfer diese Irrglaubens wurde er im gesamtem Alpenraum ausgerottet. Bereits 1922, auf Initiative des Schaffhauser Vogelfreundes Carl Stemmer, begannen Versuche diese wunderschönen Vögel wieder auszuwildern. Dieser Versuch scheiterte leider. Zu Beginn der 70 Jahre des vergangene Jahrhunderts, ausgehend vom berühmten Innsbrucker Alpenzoo aus, wurde ein international verknüpftes Projekt gestartet. Mit in Gehegen gezogenen, noch nicht flüggen Jungvögeln, wurde die Wiederansiedlung lanciert. Über 40 Tiergärten in aller Welt stellen die gezüchteten Jungvögel für dieses Projekt zur Verfügung und erste Erfolge konnten bereits verbucht werden. Seit 1997 können Freilandbruten beobachtet werde. Schnell waren die interessanten und sehr kurzweilig gestalteten Führungen vorbei.

Zum Mittagessen verliess die ganze Schar den Tierpark und versammelte sich im wenige Meter entfernten Restaurant "Gotthard" zum Mittagessen. Nach dem feinen Essen, aufgrund der Jahreszeit ein Fitnessteller mit Pouletbrust, machte sich die Reiseschar auf zur individuellen Erkundung des Tierparks. Vor allem die neue Gemeinschaftsanlage für die Bären und die Wölfe war ein magischer Anziehungspunkt. Den Fischern unter uns juckte es in den Händen als sie die kapitalen Forellen, Saiblinge, Karpfen und anderen heimischen Fische in den Weihern dieses einzigartigen Geheges erblickten.

Zur abgemachten Zeit versammelte sich die gesamte Schar wieder vor dem Eingang des Parks und bestieg den Reisebus. Vorbei am wunderschön vor den beiden Mythen gelegenen Lauerzersee mit seiner kleinen Insel "Schwanau" vorbei führte uns die Fahrt nach Brunnen. Erneut setzte der Regen ein, sodass vor allem die männlichen Teilnehmer froh über die nahen Einkehrmöglichkeiten waren um den notwendigen osmotischen Ausgleich mit einem Bierchen zu bewerkstelligen. Unser Reiseleiter Zimmi verteilte die Schiffsbillette nicht zu früh, denn bereits näherte sich die "MS Europa". Kaum an Bord setzte sich die Reiseschar an die reservierten Plätze. Leider hielt das bestellte Essen, die als Spezialität angekündigten Rindsfleischvögel, nicht das Niveau der feinen Vorspeise, einer Gemüsecremesuppe. Kaum zu glauben, aber der Dessert, die hausgemachten Caramelköpfli im Glas, konnten die Hauptspeise an Qualitätseinbusse eindeutig noch übertrumpfen. Schade, denn die Atmosphäre mit der herannahenden Regenfront und den wunderschönen Regenbogen verliehen dem Vierwaldstättersee eine bezaubernde Stimmung.

In Luzern angekommen wartete bereits unser Car. Kaum abgefahren, setzte ein Wolkenbruch ein der uns bis zur Aargauer Kantonsgrenze begleitete. Auf abgetrockneten Strassen kamen wir in der Folge zügig voran. Bereits um 19:45 Uhr wurden wir von unserem Chauffeur Beat Vetter und seiner Frau Claudia sicher vor der "Linde" in Münchwilen abgeladen. Herzlichen Dank für die sichere Fahrt.

Das Fazit des Ausfluges ist, dass Zimmi es sehr gut verstand den vor der Planung angebrachten individuellen Wünsche der Mitglieder gerecht zu werden. Der Ausflug bot ein abwechslungsreiches und interessantes Programm. Ohne lange Reisezeiten lernten wir einen kleinen Teil der Innerschweiz kennen. Ein Tierpark der rund 100 heimischen und europäischen Wildtierarten in den grosszügigen Gehegen eine artgerechte Heimat gibt, kann auch ohne die exotischen Publikumsmagnete faszinieren. Ein See im Herzen der Schweiz gelegen der durch seine vielen Arme und Buchten und den ihn umgebenden Bergen seinen eigenen Reiz ausstrahlt, macht Werbung in eigener Sache. Den Teilnehmern boten sich viele Möglichkeiten die Geselligkeit zu pflegen. Was will man noch Mehr?

Ich möchte mich im Namen der Vereinsmitglieder und ich denke auch den übrigen Teilnehmern der Reise bei Zimmi für die Organisation und die umsichtige Zusammenstellung des Programms recht herzlich bedanken. Die Sachen die zu kritisieren sind, die muss er nicht verantworten. Wichtig ist, dass schlussendlich eine positive Erfahrung zurück bleibt. Das Ziel den immerwährenden Helfern und Unterstützern des OV Münchwilen etwas zurück zu geben wurde erreicht. Nicht umsonst wurden bereits die ersten Stimmen laut, mit dem nächsten Vereinsausflug nicht wieder so lange zuzuwarten.

 

Marcel Varga

Präsident